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Titelbild der Rubrik: Jugendmedienschutz: Medienerziehung

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Medienerziehung

Aufwachsen mit Medien
Kinder und Jugendliche reden auf dem Schulweg oder dem Schulhof mit einander, treffen dort und bei anderen Gelegenheiten Verabredungen für den Nachmittag oder tauschen den neuesten Klatsch aus. Doch immer mehr verlagert sich ihre Kommunikation in den ICQ-Chat oder geschieht mittels SMS oder E-Mail. Das World Wide Web wird nicht nur genutzt um Informationen für die Hausaufgaben und über den Lieblingsstar zu suchen, sondern auch um (Mit-)Schüler im SchülerVZ kennen zu lernen und Musik herunter zu laden. Natürlich sind Jugendliche auch deshalb gerne in der Internet-Community, weil sie eigene Seiten gestalten und sich präsentieren können. Die Anerkennung im Clan oder in der Gilde, die sich als virtuelle Gruppe rund um ein (Online-)Computerspiele gebildet hat, ist einigen sehr wichtig. Und das Fernsehen ist immer noch eine beliebte Quelle für Information und Unterhaltung.

Medienkompetenz muss erlernt werden
Medien spielen eine bedeutende Rolle im Leben unserer Gesellschaft und gerade auch im Leben von Kindern und Jugendlichen. Aber die Fähigkeit, die Medien so zu nutzen, dass sie das Leben bereichern statt es zu bestimmen oder es eintöniger zu machen, ist Kindern und Jugendlichen nicht angeboren. Diese Fähigkeit, die man Medienkompetenz nennt, muss erlernt werden.
Bei näherem Hinsehen erkennt man, dass derjenige, der medienkompetent ist, nicht nur eine, sondern mehrere Fähigkeiten erworben hat. Medienkompetenz ist mehr als die Fähigkeit, technische Mediengeräte zu bedienen. Zur Medienkompetenz gehört unter anderem:

  • die Fähigkeit ein Medium auszuschalten, wenn es nicht mehr gut tut oder wenn es Inhalte wiedergibt, die zu belastend sind
  • die Fähigkeit, das richtige Medium auszusuchen, um die Antwort zu bekommen, die man sucht
  • das Wissen, welcher Information man mehr, welcher man weniger vertrauen kann
  • das Wissen, welche Interessen wer mit der Verbreitung von Medieninhalten verfolgt
  • technisches, ästhetisches und rechtliches Wissen, um ein Medium, z.B. eine Homepage, selber zu erstellen.

Medienkompetenz durch Medienerziehung: Grenzen setzen, Freiräume schaffen
Um Medienkompetenz zu erwerben, brauchen Kinder und Jugendliche Freiräume zum Ausprobieren und um eigene Erfahrungen mit Medien zu machen. Aber erst die Grenzen, die die (Medien-)Erziehung setzt, schaffen die Freiräume, die für den Erwerb von Medienkompetenz genutzt werden können. Fernsehen bietet Kindern in der Regel den Einstieg in die Nutzung anderer Medien. Mit einer bewussten Fernseherziehung vermitteln Eltern ihren Kindern wichtige Grundlagen zur verantwortungsbewussten Nutzung auch der Neuen Medien. Wenn ein Kind zum Beispiel frühzeitig gelernt hat, zeitliche Grenzen bei der Fernsehnutzung zu beachten, wenn es zudem sich mit den Eltern darüber auseinandergesetzt hat, ob ein Computerspiele oder ein Film für sein Alter geeignet ist oder nicht, sind wichtige Voraussetzungen für den Erwerb von Medienkompetenz geschaffen.
Diese Vorraussetzungen helfen ihm als Jugendlicher und Erwachsenen selbstbestimmt, nach den eigenen Bedürfnissen gezielt Medien auszusuchen und zu nutzen. Deshalb ist die wichtigste Voraussetzung für den Erwerb von Medienkompetenz zweifellos das, was durch Erziehung und Vorbild im Elternhaus vermittelt wird.

Jugendmedienschutz und Medienerziehung
Welche Grenzen aber sollen Eltern setzen, um ihre Kinder vor den Gefahren der Medien zu schützen und sie zu befähigen, ihre Chancen zu nutzen? Indizierung und Alterskennzeichnung beschränken die Abgabe von Medien an Kinder und Jugendliche durch den Handel. Doch Indizierungen und Alterskennzeichnungen geben Eltern auch Orientierung, welche Medien Kinder nicht nutzen sollten, um nicht gefährdet oder beeinträchtigt zu werden. Sie sind damit auch eine Hilfe, um geeignete Grenzen in der Erziehung zu setzen.
www.bundespruefstelle.de möchte einerseits darauf aufmerksam machen, dass diese Orientierungspunkte in der Medienerziehung von Kindern und Jugendlichen helfen können. Aber wir möchten Eltern auch dort unterstützen, wo Indizierungen und Alterskennzeichnungen keine Hilfe bei der Ziehung von Grenzen in der Medienerziehung bieten können, etwa bei der Frage, wie lang darf mein Kind am Computer spielen.

Medienkompetenz durch Projekte und Unterricht fördern
Damit die Freiräume zur Nutzung von Medien sinnvoll und kreativ genutzt werden, sind Impulse und Anregungen notwendig, die das Lernen fördern. Lernimpulse bekommen Kindern und Jugendlichen aber nicht nur durch die Eltern, sondern mit zunehmendem Alter verstärkt durch den Austausch mit Gleichaltrigen oder durch Erfahrungen, die die Heranwachsenden im Schulunterricht oder auch in außerschulischen Medienprojekten machen.
www.bundespruefstelle.de hilft Jugendlichen, Erziehenden und Pädagogen vor Ort geeignete Medienkompetenzprojekte zu finden und gibt Fachleuten Hilfen, die sie für die Gestaltung eigener Projekte nutzen können.



Foto mit Junge, der mit einer Spiele - Konsole spielt
Abbildungen verschiedener Flyer zum Chatten, Internet und Jugendmedienschutz Foto: BPjM