http://www.bundespruefstelle.de/bpjm/Jugendmedienschutz-Medienerziehung/Film-Fernsehen/jugendgefaehrdung,did=106680.html

Inhalt

Jugendgefährdung: Film

Im Rahmen der Auseinandersetzung mit jugendgefährdenden Inhalten in Filmen sollte nicht aus dem Blick geraten, dass es sehr gute Filme für Kinder und Jugendliche gibt, die ihnen positive Impulse für ihre Entwicklung oder ganz einfach ihrem Alter entsprechende Unterhaltung bieten. Diese Filme sind für Kinder und Jugendliche nicht nur dann geeignet, wenn sie gewaltfrei sind und keine sexuellen Bezüge beinhalten. Sie können auch wertvoll sein, wenn sie positive Bezüge zu einem angemessenen und deeskalierenden Umgang mit Gewalt oder gesellschaftlich akzeptable positive Bezüge zu Partnerschaft und Sexualität herstellen. Ganz anders stellt sich die Situation bei Filmen dar, in denen Normen zum Umgang mit Gewalt, Sexualität und Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund und zu Menschen mit anderen Einstellungen als den eigenen vermittelt werden, die Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten gefährden können.

Gewalt im Film
Ob ein gewalthaltiger Film als jugendgefährdend eingestuft wird oder nicht, hängt zum ersten davon ab, ob die Gewalttaten gegen Menschen bzw. menschenähnliche Wesen oder abstrakter gegen Phantasiefiguren ausgeübt werden und in einen Kontext eingebunden sind, der eine Relativierung der Gewalt im Sinne prosozialer Interpretation der Filmhandlung und das Mitleiden mit den Opfern verhindert oder zulässt. Außerdem wird die Einschätzung der Jugendgefährdung eines gewalthaltigen Films davon abhängig gemacht, ob Gewalt ein zentral prägender Bestandteil des Films ist, selbstzweckhaft, detailliert und realistisch dargestellt wird und womöglich "im Dienst einer guten Sache" als gerechtfertigt erscheint.

Pornographie
Porno-Filme stellen durchgängig den Sexualverkehr zwischen Personen und deren erregte Sexualorgane dar und zielen auf die sexuelle Stimulierung der vorwiegend männlichen Konsumenten ab. Eine Gefährdung der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch Pornographiekonsum kann sich daraus ergeben, dass sie dadurch in der Aneignung eines sexzentriertes Partnerschaftsverständnis bestärkt werden, vor dem alle anderen für eine Partnerschaft wichtigen und die Persönlichkeit von Partner oder Partnerin umfassenden emotionalen Bezüge einer Beziehung in den Hintergrund treten.

Sexualität und Gewalt
Ob sexuelle Gewaltdarstellungen im Film als jugendgefährdend eingestuft werden, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig: Sind die sexuellen Gewaltdarstellungen in einen stark relativierenden thematischen Zusammenhang eingebunden, oder zielen sie auf die Entwürdigung von Menschen (i. d. R. Frauen) zu sexuell willfährigen Objekten ab? Bewertet der Film  sadistische Vorgehensweisen gegenüber Frauen und Vergewaltigung eindeutig negativ oder preist er sie als Lusterlebnisse an?

Unsittlichkeit, Erotik
Filme mit erotischem Inhalt unterscheiden sich von Pornographie durch den Verzicht auf die explizite Darstellung erregter Sexualorgane und sexueller Vollzüge. Außerdem bieten diese Filme neben in der Regel verdeckten Darstellungen von Sexualität eine Rahmenhandlung, deren häufig dürftiger Inhalt - neben Häufigkeit und Art der sexuellen Darstellungen - mit entscheidend ist, ob eine Jugendgefährdung festgestellt werden kann oder nicht.

Rassenhass, Verherrlichung der NS-Ideologie
Neben Filmen, die eine konstruktive Auseinandersetzung mit rassistischen Inhalten zum Inhalt haben, gibt es auch solche, die den Hass gegenüber Menschen anderer Nationalität, Hautfarbe, Kultur oder Religion schüren. Der Konsum von rassistischen Filmen kann vor allem bei Kindern und Jugendlichen aus einem fremdenfeindlichen Umfeld aggressive Einstellungen verstärken, wodurch die Hemmschwelle zur tatsächlichen fremdenfeindlichen Gewaltausübung gesenkt wird.



Bild mit Schriftzug: 'Jugendgefährdung'


© Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien