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Inhalt

Geschlechtsspezifische Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen

Jungen und Mädchen nutzen Medien sehr unterschiedlich und geschlechtsspezifisch.
Nach der KIM-Studie 2006 unterscheiden sich die Interessen von Jungen und Mädchen schon im Alter von 6 - 13 Jahren deutlich voneinander. Mädchen sind in dieser Altersgruppe wesentlich stärker an den Themen Tiere, Musik, Stars, Schule, Mode, Umwelt und an Büchern interessiert als Jungen. Die Jungen interessieren sich stärker für die Themen Sport, Computer, Computerspiele, Internet, Autos und Technik. Mädchen und Jungen liegen in ihrem Interesse an Freundschaften, Handy, Kino und Filmen sowie fremden Ländern in etwa gleichauf.

Gerätebesitz von Jungen und Mädchen
Das stärkere Interesse von Jungen an den Themen Computer, Computerspiele, Internet und Technik spiegelt sich auch in ihrem Gerätebesitz wider, besonders deutlich bei den Spielkonsolen: 49% der 6 - 13 jährigen Jungen und 37% der Mädchen besitzen eine tragbare Spielkonsole. Eine nicht tragbare Spielkonsole haben 31% der Jungen gegenüber nur 13% der Mädchen. 15% der 6 - 13 jährigen Jungen und 9% der Mädchen verfügen über eine Playstation Portable. 21% der Jungen besitzen einen Computer, nur 14% der Mädchen. Das Internet können 10% der Jungen und 7% der Mädchen nutzen.

Fernsehnutzung von Kindern und Jugendlichen
41% der 10 - jährigen Jungen und 30,5% der gleichaltrigen Mädchen haben einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer!
Wie sich mit zunehmendem Alter von Kindern und Jugendlichen die Freizeitinteressen ändern, ändert sich auch ihre Mediennutzung. Während die 6 - 13-Jährigen aus der KIM Studie 2006 noch angaben, am wenigsten auf das Fernsehen verzichten zu können, und - weit abgeschlagen - der Computer, das Internet und Bücher folgten, belegt die JIM-Studie für die Altersgruppe der 13 bis 19-Jährigen eine besonders starke Bindung der Jugendlichen an den Computer, gefolgt vom Internet, dem MP3-Player, dem Fernsehen und Büchern.
Ganz anders stellen sich diese Informationen bei geschlechtsspezifischer Betrachtung dar: Der Spitzenreiter der medialen Wertschätzung von Mädchen ist das Internet, gefolgt von MP3-Player, Fernseher, Computer und Büchern, wobei der Computer seine Spitzenstellung in der Gesamtstatistik (noch?) den Jungen verdankt, die ihn mit 33% doppelt so häufig favorisieren wie die Mädchen mit 16%.
Die Realität der Mediennutzung von Jugendlichen zwischen 13 und 19 Jahren weicht allerdings erheblich von den o.g. Wertschätzungen der Medien ab: Von 93% der Mädchen und 92% der Jungen wird der Fernseher am häufigsten genutzt, dicht gefolgt vom Computer, MP3-Player, Handy, Internet, Musik CDs/Kassetten, Radio, Zeitung und Büchern. Während der Fernseher gleichermaßen von Mädchen und Jungen genutzt wird, haben die Jungen bei der Computernutzung einen - allerdings nicht sehr erheblichen - Vorsprung vor den Mädchen. Während die Mädchen bei der Nutzung des Handys, von Musik-CDs/Kassetten, des Radios, und vor allem von Büchern (48% gegenüber 28% bei den Jungen) die Nase vorn haben, liegen Jungen in der Nutzung von DVDs, Spielkonsolen (mit 32% gegenüber 5% bei den Mädchen!) und von Videos vor den Mädchen. Dagegen hören Mädchen mehr Musik im Radio oder über Musik CDs.
48% der Mädchen, aber nur 28% der Jungen lesen regelmäßig (JIM Studie 2007).

Computerspiele
Von den 12 bis 19 Jährigen nutzen Jungen Computerspiele deutlich häufiger als Mädchen, und sechsmal mehr Jungen als Mädchen spielen regelmäßig mit einer Spielkonsole am Fernseher (JIM Studie 2007). Während 50% der Jungen (JIM Studie 2007) täglich/mehrmals die Woche am Computer spielen, tun dies nur 17% der Mädchen. 41% der Mädchen spielen einmal die Woche/14 Tage bis einmal im Monat am Computer, 43% nie (JIM Studie 2006). Einer Schülerbefragung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen zur Folge spielen 5,8% der befragten Mädchen mit 3 bis 4,8 Stunden am Tag viel, wohingegen dies 20,8% der Jungen tun. 14,7% der befragten Jungen und nur 3,8% der Mädchen gelten mit mehr als 4,8 Stunden täglich als exzessive ComputerspielerInnen. 3,6% der befragten Jungen sind nach dieser Befragung von Computerspielabhängigkeit gefährdet und 0,8% der Mädchen. 2,5% der Jungen und 0,3% der befragten Mädchen seien als computerspielabhängig zu betrachten
Andererseits sollte zur Vorbeugung verallgemeinernder Interpretationen hervorgehoben werden, dass nach der JIM Studie 2006 immerhin 31% der Jungen nur sporadisch am Computer spielen (einmal die Woche/14 Tage; einmal im Monat) und 13% nie!

Deutliche Unterschiede in den Zeiten der Mediennutzung
Ein weiteres Ergebnis der oben genannten Schülerbefragung ist, dass Jungen der 9. Klasse an Wochentagen täglich 139 Minuten fern- und Videos sehen, 92 Minuten am PC spielen und sich 75 Minuten im Internet aufhalten, sich insgesamt also knapp 5 Stunden mit diesen Medien befassen. Bei Mädchen liegen die Zeiten der Nutzung dieser Medien (134 min. für Fernsehen/Video, 19 min für PC-Spiele und 38 min fürs Internet) mit insgesamt 3 Stunden und 11 Minuten wesentlich niedriger. An Sonntagen verbringen die befragten Jungen fast 6 Stunden, die Mädchen 4 Stunden und 22 Minuten mit diesen Medien.
Aus einigen der Studien geht hervor, dass mit zunehmendem Alter der Jugendlichen die Beschäftigung mit Medien, auch mit Computerspielen, rückläufig ist und durch andere Interessen relativiert wird. Sogar das exzessive Computerspielen vor allem von Jungen verliert einen Teil seiner Bedrohlichkeit, wenn man sich vergegenwärtigt, dass es bei der weitaus größten Zahl der Spieler nur eine - manchmal allerdings lange - "Durchgangsphase" ist, die schlagartig aufhören kann und durch andere Interessen abgelöst wird.





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